Der letzte Akt des Mittelalters - kristalline Polyphonie des Trecento

Der letzte Akt – das „Fin de siècle“ des Trecento, aus heutiger Sicht betrachtet, war definitiv eine Zeit voller Dunkelheit, voller Geheimnisse und Unsicherheiten, in jedem Fall reizvoll und einer Erkundung in Form einer „Zeitreise“ würdig. Der Versuch, sich in den Menschen des Humanismus hineinzuversetzen, der sich nur sehr zögerlich vom geordneten Weltbild der Kirche löst und sich auf eine Reise begibt, die ihn letztlich wieder zu sich selbst führt, ja ihn eine neue Form von Individualität erkennen lässt, führt uns gemeinsam mit ihm zu neuen musikalischen Ufern am Anfang des 15. Jahrhunderts. Über die Gattungsgrenzen von Chanson und Motette hinweg experimentieren Komponisten mit immer komplexeren Rhythmen und Melodieführungen, inspiriert von einem überreichen kulturellen Umfeld. Es entstehen Werke, deren Wirkung mit dem etwa zur selben Zeit erfundenen Facettenschliff von Edelsteinen verglichen werden kann, denen entsprechender Lichteinfall zu immer neuen Farbnuancen verhilft: ein treffendes Beispiel für die Faszination des so oft proklamierten „dunklen Mittelalters“ für das Licht und dessen mannigfaltige Schattierungen, reflektiert in einer einzigartigen „kristallinen“ Klangpolyphonie.

Roma vs. Avignon

Die Römische Messe im Babylonischen Exil

Die turbulente Ära des europäischen Mittelalters zur Zeit des großen Schisma der Katholischen Kirche, quasi das babylonisches Exil der Römischen Kirche im 14. Jahrhundert, hatte großen Einfluss auf die damalige Musik. Sie wurde zum effizienten Werkzeug im Tauziehen um politische Macht und religiöse Autorität. So präsentierten die damaligen Komponisten, aktiv auf beiden (päpstlichen) Seiten, ihre Werke bei jeglicher sich bietender Gelegenheit. Das vorliegende rein geistliche Programm bietet dem modernen Hörer zwei rekonstruierte Messen dieser Zeit: stammend von der päpstlichen wie der antipäpstlichen Liga. Es ist am Publikum zu entscheiden, inwiefern am Ende tatsächlich die Politik im Dienste der Musik stand –die Musik in ihrer Einheit, Reinheit und Schönheit, unabhängig von allen weltlichen Belangen.

Mittelalterlicher Expressionismus – ein Portrait.

Francesco Landini (ca. 1325 – 1397)

Als einer der bekanntesten Komponisten seiner Zeit, der Ars Nova Italiens, präegte Francesco Landini die musikalische Landschaft des Humanismus im späten Trecento auf besondere Weise. Von Kindheit an mit Blindheit geschlagen, besaß er dennoch eine äueßerst klare Sicht auf die ihn umgebende Welt, was sich wiederum direkt in seiner Musik widerspiegelt. In unserem Programm werden diese unterschiedlichen Aspekte seines Schaffens beleuchtet. Die musikalische Ausdrucksvielfalt sowie die dichterischen Inhalte variieren von extremer Leidenschaft, über ironisch-moralische bis hin zu herzzerreissend melancholischer Färbung.


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